Tag 8 – Rund um Moab

Endlich fängt man an, länger zu schlafen. Gegen halb 1 lösten zwar ein paar Spätankömmlinge zwei mal eine Auto Alarmanlage aus, wir konnten aber trotzdem weiter schlafen und hielten bis kurz nach halb 8 durch – zwar nicht besser, als gestern, aber dieses mal konnten wir wesentlich eher schlafen, ergo länger geschlafen.

Kurz nach 8 Uhr machten wir uns auf zum Frühstück und waren wieder schnell fertig.
Auf dem Plan stand der Canyonlands National Park. Für den Mesa Arch war es da aber schon zu spät (Sonnenaufgang) – wir wollten das zum Sonnenuntergang angehen.
Da wir den Park schon weitestgehend kannten (jedenfalls den Teil des „Island in the Sky“ Districts), bogen wir auf der US-191 am nördlichen Ende von Moab mal nach rechts ab und fuhren endlich mal die Strecke dem Colorado River entlang – hier waren wir noch gar nicht.
Es gab hier eine interessante optische Täuschung. Man dachte, man fährt bergab, obwohl sich die Höhe zum Colorado nicht ändert und der Colorado in die andere Richtung fließt.
Nein, die Schwerkraft gilt hier auch… Die Täuschung entsteht durch die Gesteinsschichten im Canyon, die sich alle schräg nach oben in Fahrtrichtung neigen. Dadurch denkt man, man fährt bergab. In der Gegenrichtung hat man komischerweise genau das selbe Gefühl.

Es gibt hier einen Trail in einen der Seitenarme des Canyon (Negro Bill Canyon), den wir ein Stück folgen wollten, aber der Parkplatz war bereits komplett gefüllt, also weiter. Wir waren hier bereits auf der Rückfahrt.
In Moab holten ich mir noch mal schnell einen kostenlosen Kaffee im Hotel. Da es gegen 11 Uhr war und der Sonnenuntergang noch weit weg war, wollten wir den Canyonlands später besuchen und mal eine Fahrt dem Colorado Flussabwärts folgen. Wir fuhren also der Potash Road von gestern entgegen.
Die Potash Road ist wirklich nur 13 Meilen lang, hier gibt es eine gut ausgebaute Straße die ebenfalls sehr Sehenswert ist. So langsam wurde etwas aus unserer Tagesplanung.
An der Potash Road angekommen, dachten wir, wenn wir schon so weit gefahren sind… ach nein, darauf gibt es ein Copyright… Forrest Gump kommt erst morgen dran… 😉
Jedenfalls entschieden wir, der Potash Road solange zu folgen, wie meine Nerven es zulassen. 🙂

Wir fuhren einige Meilen. Im Prinzip war es machbar und nicht schlimmer als gestern.
Uns kam sogar ein rel. tief gelegener VW Käfer entgegen – was der kann, sollten wir aber auch können.
Leider spielte das Wetter heute nicht so recht mit. Es war vorhergesagt, dass es teilweise Sonnig sein soll. Als ich dann in einer der dunklen Regenwolken links von uns einen Blitz sah, und der Shafer Trail noch ca. 6km Luftlinie entfernt war, brachen wir die Sache ab – wir konnten aufgrund der Windungen des Canyon nicht sehen, wie das Wetter weiter hinten im Park ist, bzw. wie die Wolkendecke in näherer Umgebung aussah.
Grit wendete unter meiner Einweisung und wir machten uns wieder auf den Rückweg.
Am Ende der Potash Road war ein kleiner Picnic Bereich. Da wir in näherer Zeit keinen Regen abbekommen würden, machten wir gegen 13 Uhr Mittag.
Heute hatte ich mal ein paar leckere Brötchen, die wir Frühs noch schnell gekauft hatten.
Mohn und Sesam, dabei außen knusprig und innen weich – das Beste – man konnte die einzeln in die Tüte packen und musste kein Paket von 20 Brötchen kaufen – wer frisst nur so viel?

Nachdem wir gestärkt waren, machten wir uns wieder Richtung Moab auf den Weg, nicht so recht wissend, was wir heute noch machen sollen, da das Satellitenbild überall stärkere Wolken anzeigte. Einige Meilen später kamen wir an den Parkplatz zum Corona Arch (Trail).
Warum nicht? Der Trail war 1,6 Meilen (ca. 3km) lang und hatte Höhenunterschiede von 400ft (ca. 130m) zu bieten. Das passt doch gut in unseren Zeitplan.
Der Corona Arch ist übrigens der, wo sich die Typen in dem Youtube Video mit dem Seil da runter schwingen Video hier. Doof, dass ich das vorher nicht wusste, gut, dass wir heute in diese Richtung drauf los sind.
Es gab ein gewisses Risiko dabei. In der Nähe zogen einige Regenwolken vorbei. Etwa 10min. nach unserem Start hörte ich auch Donnergrollen – so auf freier Strecke nicht ideal.
Egal wir gingen weiter, da auch noch andere in die Richtung liefen.
Nachdem wir eine Weile über Stock und Stein liefen, unterbrochen von ein paar Bildern, kamen wir dann um eine Kurve des Canyon und sahen schon den Corona Arch in der Ferne. Gerade hatte sich wieder einer vom Arch geschwungen. Schade, ich hatte nur die Weitwinkel Linse drauf.
Nachdem wir uns ein paar Seilen entlang hangelten und einer installierten Leiter hochkletterten, erreichten wir dann den Corona Arch.

Leider schwang sich gerade keiner mehr runter, ein paar Leute seilten sich aber ab.
Grit wollte – natürlich wie immer – auch oben auf den Arch.
Als sie losging, merkte ich aber, dass der Wind stark auffrischte und sich eine Regenwolke über die Klippe über uns schob. Zum Glück hielt sie das bei dem Wind auch nicht mehr für eine gute Idee. Ich ging noch um die nächste Ecke, um ein Foto von etwas weiter oben zu schießen, da sah ich dann auch schon, dass man ohne Kletterausrüstung sowieso nicht höher kommt (wenn man noch bei Verstand ist).
Das Foto wurde allerdings nicht einfach, da der starke Wind auch ordentlich Sand strahlte.
Nach 2 Bildern machte ich mich wieder runter und wir beschlossen, den Besuch jetzt zu beenden. In dem Moment fing es auch schon an zu tröpfeln.
Der nächste Felsvorsprung, unter dem wir uns hätten aufhalten könnten, war aber eine Weile entfernt.
Und dann war da ja noch die andere Bezeichnung für den Sandstein: Slickrock, wenn Nass, dann ordentlich Glatt – und wir hatten ja noch ein paar schräge Hänge zu überqueren.
Zum Glück dürfte Sandstein bei einem kurzen Schauer schnell trocknen (meine ich jedenfalls).

Es tröpfelte nur weiter, wir konnten also ohne Probleme weiter gehen, bei einem angenehmen Wind, der mittlerweile wieder wehte.

Ohne Probleme kamen wir wieder am Auto an, wo sich zum Glück keiner bedient hatte – ich hatte vergessen zu schließen, bzw. habe ich nicht kontrolliert, dass das Signal der Fernbedienung ankam.
Wir hatten nichts wertvolles sichtbar liegen gelassen.

Der Rückweg nach Moab war dann nicht lang. Über den Arches scheinte aber noch etwas Sonne, also entschlossen wir uns, ein Bild/Panorama des Balanced Rock, mit den verregneten La Sal Mountains im Hintergrund zu machen.

Die Entscheidung war gut. Wir kamen bei den letzten Sonnigen Minuten des Balanced Rock an. Nachdem ich einige Fotos verschossen hatte, schob sich eine Wolke immer weiter vor die Sonne. Es war auch keine Lücke mehr zu erkennen, dass es später nochmal besser werden könnte.

Damit beendeten wir den Tag gegen 18 Uhr und fuhren zurück ins Motel – da wir morgen auschecken, ist ja eh das Auto noch vorzubereiten (Platz machen). Mittlerweile sagte der Wetterbericht für Moab Gewitter für heute und morgen vorher – Zeit abzuhauen.

Übrigens findet in Moab gerade die Easter Jeep Safari statt – die Straßen sind voll von aufgemotzten Offroad Jeeps, die sich hier um Moab auf zig verschiedenen Offroad Strecken versuchen. Damit dürfte sich auch der Gedanke erledigt haben, nochmal in einer Bar in Moab umzuschauen – da wird der Teufel los sein…

Mit ein wenig Glück haben wir übrigens am Dienstag das vergnügen, im Monument Valley ein Mondfinsternis zu beobachten, bzw. das Monument Valley mal in Dunkelheit mit Sternen abzulichten.

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